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Die Baar - wo Donau und Neckar entspringen

Die Baar ist eine auf etwa 600 bis 900 Meter über Meeresniveau gelegene Hochebene in Südwestdeutschland. Begrenzt wird sie durch die südöstlichen Ausläufer des Schwarzwaldes im Westen und den Großer Heuberg genannten südwestlichen Teil der Schwäbischen Alb im Osten. Im Süden grenzt die Baar an den Randen. 

Geographie

Auf der Baar liegen die Quellen von Neckar (Schwenninger Moos) und Donau (Schlosspark Donaueschingen). Bei Furtwangen im Schwarzwald und St. Georgen im Schwarzwald entspringen die Quellflüsse der Donau, Brigach und Breg, welche sich in Donaueschingen mit dem kleineren Donaubach vereinigen.

Bei Donaueschingen befindet sich ein flaches Kaltluftbecken, das zu den kältesten Flecken in Deutschland gehört. Hier kommt es im langjährigen Durchschnitt bereits am 20. September zum ersten Nachtfrost – und damit noch früher als im nahe gelegenen Schwarzwald.

Teillandschaften der Baar

Teillandschaften der Baar sind im Westen der Baarschwarzwald, zentral die Baarhochmulde mit der Riedbaar, im Süden das Wutachland, und im Osten die Baaralb, eine durch tiefe Täler zergliederte Landschaft mit Zeugenbergen des Jura wie dem Hohenkarpfen und dem Lupfen (977 m ü. NN, König der Baar) als höchste Erhebung.

Die Baar als Landschaft bildet den Kernbereich der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg und umfasst den Schwarzwald-Baar-Kreis mit Ausnahme dessen nordwestlicher Gebiete, den westlichen Teil des Landkreises Tuttlingen und den südlichsten Teil des Landkreises Rottweil und ragt im Westen bis in den Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald hinein. 

Nirgendwo treten die geologischen Schichten auf so engem Raum zu Tage wie auf der Baar.

    * Weiter südlich finden sich Basalte, nördlichste Zeugen des Vulkanismus im Hegau.
    * Karsterscheinungen, wie Höhlen, Dolinen, Versinkungen von Fließgewässern,
       und Aufstoßquellen entstehen in Muschelkalk und Jura.
    * Jede dafür in Frage kommende Schicht führt ihre typischen Fossilien.

Die bedeutendsten paläontologischen Funde, beide einzigartig auf der Welt, sind:

    * 36 Mastodonsaurus cappelensis  (220 Mio Jahre alt) im Buntsandstein bei Kappel .
    * 7 vollständige Skelette von Plateosaurus trossingensis (160 Mio Jahre alt)
          im Knollenmergel des Keupers in Trossingen

Hohe geologische Diversität und klimatische Extreme bedingen eine große Biotopvielfalt
auf engem Raum:

    * Tiefe Täler und Schluchten: Schwarzwald, Donau ,Wutach.
    * Moore in den Quellgebieten, Rieder in den Auen der Fließgewässer,
       Seen durch Kiesabbau.
    * Wälder unterschiedlichster Ausprägung.
    * Heiden auf den jahrhundertealten Weidflächen, Wiesen und Äcker 
       aus einer langen

Besiedlungszeit durch den Menschen:

In einem Moor bei Schwenningen wurde der Beckenknochen eines Auerochsen gefunden. In ihm steckte eine abgebrochene Spitze aus Feuerstein.
Die Datierung ergab ein Alter von 10.000 Jahren.



Die schriftlich überlieferte Geschichte der Baar beginnt mit einer starken Frau und einem Liebesgedicht.

Der Kaiser Valentinian kam als letzter römischer Feldherr 368 n.Ch. an die Donauquellen.

Unter seiner Kriegsbeute war auch die Allemannin Bissula.
Sein Kriegsberichterstatter und Hofdichter Decimus Magnus Ausonius (310-390 n. Ch.) verliebte sich in die Frau und der Kaiser schenkte sie ihm. Ausonius nahm sie als seine rechtmäßige Ehefrau und freie römische Bürgerin mit nach Latium. Seine Liebesgedichte an die Germanin mit den blauen Augen und dem blonden Haar sind überliefert worden:

"Bissula, kundig gar wohl des Donaustroms, wo er entspringt"

 

    Bissula trans gelidum stirpe et lare prosata Rhenum,
    Conscia nascentis Bissula Danubii,
    Capta manu, sed missa manu, dominatur in eius
    Deliciis, cuius bellica praeda fuit.
    Matre carens, nutricis egens, nescivit herai
    Imperium....
    Fortunae ac patriae quae nulla opprobria sensit,
    Ilico inexperto libera servitio.
    Sic Latiis mutata bonis, Germana maneret
    Ut facies, oculos caerula, flava comas.
    Ambiguam modo lingua facit modo forma puellam,
    Haec Rheno genitam praedicat, haec Latio.

    Ausonius



Städte und Ortschaften der Baar

    * Baarschwarzwald

          o St. Georgen, Furtwangen, Königsfeld im Schwarzwald und Vöhrenbach

    * Baarhochmulde

          o Bad Dürrheim, Bräunlingen, Brigachtal, Donaueschingen, Hüfingen, Rottweil,
          Trossingen und Villingen-Schwenningen

    * Baaralb

          o Seitingen-Oberflacht, Blumberg, Geisingen, Hintschingen, Zimmern, Immendingen,
             Tuningen, Spaichingen, Aldingen und Tuttlingen

    * Wutachland

          o Löffingen und Döggingen

Geschichte

Ursprünglich gab es im karolingischen Alamannien drei Baaren, die Ost-, die West- und die Albuinsbaar. Es handelte sich hierbei um große Verwaltungseinheiten, die aus mehreren Bezirken bestanden. Der Bereich der heute Baar genannten Landschaft war die Adelhartsbaar, ein Teil der Westbaar. Das Gebiet um Rottweil bildete vom 8. bis 10. Jahrhundert die Grafschaft Baar.

Später wurden die Grafen von Sulz mit der Baar belehnt, die schon im 11. Jahrhundert in dieser Gegend erschienen. Graf Hermann von Sulz überließ 1282 die Grafschaft Baar König Rudolf I., welcher sie dem Grafen Heinrich von Fürstenberg verlieh. Dessen Nachkommen ist sie bis ins 19. Jahrhundert verblieben.

Verein für Geschichte und Naturgeschichte der Baar Donaueschingen e.V.  | info@baarverein.de